Sa., 07.06.2014, München
Bayerische Landesausstellung in Regensburg
Kaiser Ludwig IV. (1294/1314–1347), genannt “der Bayer“, nimmt einen ersten Platz ein in der Ahnengalerie der “bayerischen Helden“. Über viele Jahrhunderte war er eine Identifikationsfigur der bayerischen Geschichte: als erster Wittelsbacher auf dem Kaiserthron, als Förderer der Städte, als Mehrer des bayerischen Herzogtums und nicht zuletzt als standhafter Kämpfer gegen päpstliche Machtansprüche. In bemerkenswertem Gegensatz hierzu stehen die Versuche seiner Gegner, das Andenken an ihn zu tilgen. Maßgeblich hierfür war die päpstliche Kanzlei, die hartnäckig von “Ludovicus Bavarus“ sprach, von “Ludwig dem Bayern“, und ihm damit die Herrschaft über das Reich absprechen wollte. Vollends verdunkelt wurde sein Bild in der Geschichte dann durch den Gegenkönig und Nachfolger Karl IV. Es war die Zeit, in der grundlegende Neuerungen das überkommende Weltbild in Frage stellten, in der neue gesellschaftliche Gruppen Einfluss auf das Spiel der Mächtigen nahmen, eine Zeit, in der manches seinen Anfang nahm, das die moderne Welt heute prägt. Dies und das 700-jährige Jubiläum der Königswahl Ludwigs des Bayern im Jahr 1314 sind der Anlass, seine Herrschaft und deren Grundlagen in den Mittelpunkt einer großen Retrospektive zu stellen.
Die Ausstellung wird mit kulturhistorischem Blickwinkel die Umbrüche in den Jahrzehnten von etwa 1300 bis etwa 1350 verfolgen – bis hin zu den großen Pestwellen von 1348/49, die gewissermaßen ein Zeitalter abschlossen. Dabei werden die Klischees hinterfragt, die über Ludwig den Bayern in Umlauf sind. Die Ausstellung entwirft ein Panorama der Zeit in ihrem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandel. Betrachtet man die Zeitspanne von immerhin 45 Jahren (1302 bis 1347), in denen Ludwig auf verschiedenen Ebenen Herrschaft ausübte, so zeigt sich eine Konstante: Um sich gegen unterschiedlichste Gegenkräfte zu behaupten (die konkurrierenden Dynastien der Häuser Habsburg und Luxemburg, den in Avignon residierenden Papst, die geistlichen Kurfürsten), verwendete Ludwig oft bisher nicht oder nicht in diesem Umfang genutzte Mittel. Statt auf Befehl und Gehorsam gegenüber einem starken König (so in Frankreich) setzte Ludwig auf Konsens und gemeinsame Herrschaft vieler Ebenen, vom Kaiser über die Fürsten bis zu den Städten. Was alle betraf, sollte auch von allen mitgetragen werden. Hier finden sich bemerkenswerte Vorläufer der föderalen Strukturen, die bis heute Deutschland prägen.
| Termin: | Pfingstsamstag, 7. Juni 2014 |
| Treffpunkt: | 07:30 München Hauptbahnhof Reisezentrum |
| Anreise: | 07:44 Gleis 26 Regionalexpress nach Regensburg, an 09:14 |
| Rückreise: | mehrere Möglichkeiten, je nach Dauer unseres Aufenthalts, z.B. Regensburg ab 15:46, München Hauptbahnhof an 17:15 |
| Kosten: | Anreise mit Bayern-Ticket Preis gestaffelt je nach der Anzahl der Mitreisenden Eintrittspreise der Ausstellung sind noch nicht bekanntgegeben |
| Info: | www.hdbg.de/ludwig-der-bayer |
| Kontakt: | Reinhard Szyszka, Tel.: 08171-17042, Mobil: 0174-3768586 |
| Anmeldung: | telefonisch am Vortag (gegebenenfalls Mobilnummer anrufen) |
